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KI-Tools an Schulen: Datenschutz und Praxistipps für Sekretariate

Das Deutsche Schulportal zeigt auf, wie sich KI-Tools wie telli an Schulen etablieren. Wir ergänzen diese Entwicklung um konkrete Praxistipps für Sekretariate und beleuchten die datenschutzrechtlichen Aspekte.

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KI-Tools an Schulen: Datenschutz und Praxistipps für Sekretariate

Das Deutsche Schulportal berichtet über die Etablierung von KI-Tools wie telli an deutschen Schulen und zeigt auf, welche Anwendungen Schulen in verschiedenen Bundesländern nutzen können. Diese Entwicklung ist grundsätzlich positiv zu bewerten, wirft jedoch wichtige Fragen zur praktischen Umsetzung und zum Datenschutz auf.

Ergänzende Betrachtung: Was das Schulportal nicht erwähnt

Der Artikel des Deutschen Schulportals fokussiert sich primär auf die verfügbaren Tools und deren Funktionen. Was jedoch zu kurz kommt, sind die praktischen Herausforderungen bei der Implementierung und die spezifischen Bedürfnisse der Schulverwaltung. Besonders Sekretariate stehen vor der Aufgabe, diese Tools nicht nur technisch zu integrieren, sondern auch datenschutzkonform zu verwalten.

Datenschutzrechtliche Lücken schließen

Während das Schulportal die Datenschutzkonformität der Tools erwähnt, fehlen konkrete Hinweise auf die Verarbeitungsverzeichnisse nach Art. 30 DSGVO, die Schulen für jeden KI-Einsatz führen müssen. Ebenso unerwähnt bleibt die Notwendigkeit einer Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) nach Art. 35 DSGVO, wenn personenbezogene Daten von Schülern oder Lehrkräften verarbeitet werden.

Fünf konkrete Praxistipps für Schulen und Sekretariate

1. Systematische Tool-Inventur durchführen

Erstellen Sie eine zentrale Übersicht aller genutzten KI-Tools in Ihrer Schule. Dokumentieren Sie dabei:

  • Welche Tools von welchen Lehrkräften genutzt werden
  • Welche Daten verarbeitet werden (personenbezogen/nicht-personenbezogen)
  • Ob eine Landeslizenzen oder Einzellizenzen vorliegen
  • Zugangsdaten und Verantwortlichkeiten

2. Einheitliche Nutzungsrichtlinien entwickeln

Erarbeiten Sie schulinterne Richtlinien für den KI-Einsatz, die über die allgemeinen Datenschutzbestimmungen hinausgehen. Diese sollten regeln:

  • Welche Inhalte in KI-Tools eingegeben werden dürfen
  • Wie mit generierten Inhalten umzugehen ist
  • Wann eine Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten erforderlich ist
  • Verfahren bei technischen Problemen oder Datenschutzverletzungen

3. Fortbildungskonzept für das Kollegium etablieren

Organisieren Sie regelmäßige Schulungen für Lehrkräfte und Verwaltungspersonal. Dabei sollten Sie beachten:

  • Unterschiedliche Kompetenzniveaus im Kollegium berücksichtigen
  • Praxisnahe Beispiele aus dem Schulalltag verwenden
  • Datenschutzaspekte verständlich vermitteln
  • Interne Multiplikatoren ausbilden

4. Technische Infrastruktur prüfen und anpassen

Stellen Sie sicher, dass Ihre IT-Infrastruktur den Anforderungen der KI-Tools entspricht:

  • Bandbreite und Netzwerkkapazität überprüfen
  • Single Sign-On (SSO) für vereinfachte Anmeldeprozesse implementieren
  • Backup-Strategien für wichtige KI-generierte Inhalte entwickeln
  • Support-Strukturen für technische Probleme etablieren

5. Rechtssichere Dokumentation aufbauen

Führen Sie eine vollständige Dokumentation aller KI-bezogenen Prozesse:

  • Aktualisierung des Verarbeitungsverzeichnisses nach Art. 30 DSGVO
  • Durchführung einer Datenschutz-Folgenabschätzung bei Bedarf
  • Dokumentation von Auftragsverarbeitungsverträgen (AVV)
  • Nachweis der Einwilligungen von Schülern und Erziehungsberechtigten

Rechtliche Aspekte nicht vernachlässigen

Bei aller Begeisterung für die neuen Möglichkeiten dürfen Schulen die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht außer Acht lassen. Die DSGVO gilt uneingeschränkt auch für KI-Tools, selbst wenn diese über Landeslizenzen bereitgestellt werden. Schulen bleiben als Verantwortliche im Sinne der DSGVO in der Pflicht, die ordnungsgemäße Datenverarbeitung sicherzustellen.

Besonders kritisch ist der Umgang mit besonderen Kategorien personenbezogener Daten nach Art. 9 DSGVO, die im Schulkontext häufig vorliegen. Hier ist besondere Vorsicht geboten, da nicht alle KI-Tools für die Verarbeitung solcher Daten geeignet sind.

Ausblick: KI als Chance für effizientere Schulverwaltung

Die im Schulportal vorgestellten Tools sind nur der Anfang einer Entwicklung, die das Potenzial hat, Schulverwaltung und Unterricht nachhaltig zu verbessern. Entscheidend ist jedoch, dass Schulen diese Technologien bewusst und strategisch einsetzen, anstatt sie unkoordiniert zu implementieren.

Sekretariate spielen dabei eine Schlüsselrolle als zentrale Koordinationsstelle für die KI-Nutzung an ihrer Schule. Sie können durch systematische Planung und rechtssichere Umsetzung dafür sorgen, dass KI-Tools tatsächlich zu einer Entlastung werden, anstatt neue Probleme zu schaffen.

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